Palais Schaumburg

Palais Schaumburg

Der Grundstein für das Barockschloss Poppelsdorf auf den Resten einer 1583 zerstörten Burg wurde 1715 unter dem ehemaligen Kölner Kurfürsten Joseph Clemens gelegt. Es wurde erst 1753 von seinem Nachfolger Clemens August fertiggestellt, der den berühmten Baumeister Balthasar Neumann mit dem Bau beauftragte. Anstelle einer alten Wasserburg wurde hier ein reich gegliederter Bau errichtet, der einen runden Arkadenhof mit einem Vierflügelquadrat umschließt. 1818 wurden Schloss und angrenzender Park an die neue Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn überführt und beherbergen seither deren naturwissenschaftliche Sammlungen. Auch das Mineralogisch-Petrologische Museum ist hier mit einer bedeutenden Sammlung beheimatet.

Der angrenzende Schlossgarten wurde in einen „Botanischen Garten“ umgewandelt und ist heute einer der ältesten und artenreichsten Gärten der Welt.


Wo liegt das Palais Schaumburg



Kurzes Video über das Palais Schaumburg


Millionärsvilla, Fürstenpalast, Soldatenquartier und von 1949 bis 1976 das Bundeskanzleramt – Palais Schaumburg hat eine interessante Geschichte. Der erste deutsche Bundeskanzler, Konrad Adenauer, hatte in dem Gebäude ab November 1949 sein Büro. Nach ihm traten die Kanzler Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger, Willy Brandt und Helmut Schmidt an. Im Palais Schaumburg können Sie unter anderem das Bundeskanzleramt und das ehemalige Kabinettszimmer besichtigen. Seit 2006 präsentiert die Stiftung Haus der Geschichte Bonn in der Villa eine Ausstellung zur Geschichte des Schlosses.


Der Palast in der Geschichte


Das Schloss Schaumburg wurde zwischen 1858 und 1860 für Rechnung des Leinenmachers Aloys Knops als Stadtvilla im Stil eines barocken Lustschlosses erbaut. 1860 kaufte der Fabrikant Wilhelm Loeschigk den Neubau und bewohnte mit seiner Familie dreißig Jahre lang den Prachtbau. Ab 1894 gehörte das Schloss dem Fürsten Adolf zu Schaumburg-Lippe, der im selben Jahr Prinzessin Viktoria von Preußen, Schwester des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., heiratete. Das Schloss Schaumburg war die Residenz des Paares.

Bis zum Ersten Weltkrieg war das Schloss Schauplatz gesellschaftlicher Feiern und kaiserlicher Besuche. Aus dieser Zeit stammt auch der Name Palais Schaumburg.

Nach dem Tod von Fürst Adolf zu Schaumburg-Lippe ging das Schloss an seine Gemahlin über, die es 1919 an die Familie Schaumburg-Lippe verkaufte, jedoch ein lebenslanges Wohnrecht erhielt. 1927 heiratete Prinzessin Victoria von Preußen schließlich einen russischen Hochstapler. Sehr verschuldet entzog ihm die Familie Schaumburg-Lippe das Wohnrecht im Schloss. 1929 versteigerte die Familie Schaumburg-Lippe das gesamte Inventar und richtete die Büros und Mietwohnungen des Schlosses Schaumburg ein.

1939 erwarb das Deutsche Reich das Gebäude und beherbergte vorübergehend einen Teil des Wehrmachtsstabes im Gebäude. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Schloss kurzzeitig das Hauptquartier der belgischen Armee in Deutschland, bevor Konrad Adenauer 1949 als erster deutscher Bundeskanzler dorthin zog.

Trotz der baulichen Erweiterung wurde das Schloss 1976 aus Platzgründen als Sitz des Bundeskanzleramtes aufgegeben und durch einen Neubau ersetzt. In den folgenden Jahren wurde das Palais für politische Versammlungen, Staatsempfänge und für Vertragsabschlüsse genutzt. Es beherbergte für kurze Zeit das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Am 18. Mai 1990 unterzeichneten die Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland Theo Waigel und die DDR Walter Romberg im Schloss Schaumburg den Staatsvertrag zur Errichtung der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion. Mit diesem am 1. Juli 1990 in Kraft getretenen Vertrag wurden die Voraussetzungen für die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 geschaffen.

Seit 1999 ist das Schloss zweiter Amtssitz des Bundeskanzlers. Etwa 20 Mitarbeiter arbeiten dort, darunter bearbeiten Bürgerbriefe an die Kanzlerin und Petitionen.

In der 10 Hektar großen Parkanlage rund um das Schloss Schaumburg befindet sich das Kanzler-Teehaus, im Volksmund „Konradsruh“ genannt, weil es 1955 auf Wunsch Konrad Adenauers als Rückzugsort errichtet wurde. Dort befindet sich auch der Kanzlerbungalow, die offizielle Residenz aller Kanzler der damaligen Zeit.

Seit 1963 wird für jeden ehemaligen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland auf dem Schlosspark Schaumburg ein Baum gepflanzt. Zuletzt wurde 2006 eine Eiche zum Gedenken an Gerhard Schröder gepflanzt.


Übernachten in der Nähe der Schaumburg


Reisen ist Freiheit

Möchten Sie noch weitere Empfehlungen lesen? Blättern Sie zu einem vorherigen Beitrag oder lesen Sie den nächsten Beitrag!

Pin It on Pinterest

Share This